Sompop Jantraka - DEPDC - Menschenhandel & Prostitution
es schreibt Tim

04.04. - 07.04.2006 in Mae Sai, Thailand

1.Einführung

„Der Menschenhandel blüht. Das weltweite Geschäft mit der „Ware Mensch” erreicht inzwischen ähnliche Dimensionen wie der Handel mit Drogen und Waffen. Größtenteils sind Frauen und Kinder betroffen, die zu ausbeuterischer Arbeit und Prostitution gezwungen werden. Hauptursachen für das florierende Geschäft sind die oftmals schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven für eine bessere Zukunft sowie die Nachfrage in den Empfängerländern.”i
So beschreibt die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit(GTZ) mit Sitz in Eschborn die gegenwärtige Problematik des Menschenhandels.
Die Initiative DEPDC, vom Friedensnobelpreisanwärter Sompop Jantraka gegründet, bekämpft mit präventiven Mitteln die Problematik Menschenhandel und Prostitution in der Mekong Sub-Region seit 1989. Der Hauptsitz in Mae Sai befindet sich im Herzen des Goldenen Dreiecks von Südostasien. Ein Dreiländereck der Staaten Myanmar, Laos und Thailand, welches weltweit traurige Berühmtheit für den extensiven Drogen- und Menschenhandel erhielt. Seit der Gründung vor 17 Jahren hat sich das Haupttätigkeitsfeld der Organisation, die Prävention von Menschenhandel und Prostitution, im Kern nicht verändert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Mädchen und Jungen, die gefährdet sind von der Sexindustrie verschleppt zu werden. DEPDC ist eine Gemeinde-Basierende Nicht-Regierungsorganisation, die in dem vom Menschenhandel betroffenen Regionen, die gefährdeten Mädchen und Jungen aus ihrer bedrohlichen Lebenssituation herausnimmt und ihnen dafür einen neuen Lebensraum mit entsprechenden Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten anbietet. In 2003 hatte DEPDC 43 Festangestellte und 7 internationale Freiwillige. Seit Gründung haben sie ca. 1000 Kindern unmittelbar eine Ausbildungsmöglichkeit geboten. In 2003 betreuten sie insgesamt 276 Kinder, davon 153 off-campus und 93 on-campus.
Während unseres Aufenthalts bei DEPDC konnten wir glücklicherweise mit Sompop Jantraka über die Gründung von DEPDC und die Herausforderungen entsprechender Nicht-Regierungsorganisationen sprechen, diskutierten mit Mitarbeitern und Internationalen Freiweilligen und durften einige der Kinder kennen lernen, die auf dem Campus in Mae Sai lernen und leben. Wir nutzten auch die Möglichkeit uns einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, wie das Leben in den Dörfern (hilltribes) entlang der Grenze zu Myanmar aussieht, um die sehr abstrakte Bedrohung Menschenhandel besser verstehen zu können. Die Erkennung von Menschenhandel und Prostitution hat zwei wesentliche Merkmale, die die Bekämpfung und Herangehensweise an die Problematik enorm erschweren. Es ist ein sehr abstraktes Thema und schwer nachvollziehbar. In der Regel sind alle Aktivitäten illegal organisiert und somit leider auch sehr schwer aufzudecken, was wiederum die Datenaufnahme sehr spekulativ werden lässt. Zum anderen ist es ein hoch sensibles Thema, was es aufwendig macht, an die betroffenen Personen, teilweise ihrer Menschrechte entmachteten Mädchen und Jungen, nahe heran zu treten, ohne in Gefahr zu laufen sie persönlich zu verletzen.
Ich hoffe trotzdem einen verständlichen Einblick in dieses Thema geben zu können - ein Thema, das leider auch in den europäischen Breitengraden von Relevanz ist.



Die Expediteure mit International Volunteer Lona auf dem Campus von DEPDC .
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