Dr. Sugata Mitra - HiWEL - Internetkiosk
es schreibt Jan

13.02 - 14-02.2006 in Neu Delhi, Indien

3. Indien und die digitale Spaltung

„Die Bildungssituation in Indien ist katastrophal. Von den mehr als eine Milliarde Indern sind etwa die Hälfte unter 20 Jahre alt. Rund 400 Millionen Kinder sind im schulpflichtigen Alter. Für die gibt es im Moment 600 000 Schulen, eigentlich bräuchten wir aber drei Millionen und dazu 30 Millionen ausgebildete Lehrer und Leute für die Verwaltung. Das würde selbst mit viel Geld mindestens 30 Jahre dauern. Und genauso schwierig ist es, die digitale Kluft zwischen den reichen indischen Städtern und den Armen auf dem Land durch individuelles Training zu schließen. Das Internet könnte helfen, diese Krise zu lindern.”
In kaum einem anderen Land wird die Debatte um die Digitale Spaltung so intensiv diskutiert wie in Indien. Fuer die indische digitale Spaltung ist die städtische und gebildete „Informationselite“ von besonderer Bedeutung. Von ihr werden Lösungen für die innere Entwicklungsproblematik erhofft. Nach der “Trickle down” Theorie koennten Entwicklungsländer wie Indien mit den Mitteln der Informationstechnologien wirtschaftlich zur ersten Welt aufschließen, und gleichzeitig landesweit die Unterschiede in Einkommen, Bildung und Infrastruktur verringern. Die Trickle-down-Theorie (engl. trickle = sickern, bezeichnet die These, dass Wirtschaftswachstum und allgemeiner Wohlstand der Reichen in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickere (Trickle-down-Effekt). In Pilotprojekten wie HiWEL wird derzeit mit Unterstützung von staatlichen Institutionen, Firmen und Nichtregierungsorganisationen das Potential digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien für eine wirtschaftliche Entwicklung auf dem indischen Subkontinent erprobt.



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