S.Elena & D.Kaufman - Topsy - AIDS
es schreibt Matti

29.08.-31.08.2006 in Johannesburg, Südafrika

2. Südafrika und das AIDS-Problem
Südafrika hat eine der höchsten AIDS-Infektionsraten der Welt. Verschiedene Wissenschaftseinrichtungen benennen AIDS als häufigste Todesursache in dem 47-Millionen-Einwohnerstaat. Bis 2010 werden vermutlich zwischen 5 und 7 Mio. Südafrikaner dem Virus zum Opfer gefallen sein. Untersuchungen gehen davon aus, dass die Anzahl der AIDS-Waisen dadurch auf 3,6 bis 4,8 Mio. ansteigen wird. Von diesem Schicksal sind nicht nur die Elternlosen selbst, sondern die gesamte Gesellschaft betroffen. Die vernachlässigten Kinder und Jugendliche haben kaum Möglichkeiten moralische Werte - geschweige denn eine positive Perspektive – zu entwickeln. Der Frust und die Verzweifelung entladen sich in kriminelle Schwerverbrechen, unter denen die Bevölkerung Südafrikas schon heute massiv zu leiden hat.

Die Maßnahmen des Staates gegen AIDS und die durch die Krankheit verursachten Folgeprobleme stehen in keinerlei Verhältnis zum Ausmaß der Probleme. Lange Zeit wurde die Existenz der tödlichen Krankheit trotz aller wissenschaftlichen Beweise gar geleugnet. Auch nach der Anerkennung der Krankheit wurden nur sehr zögerlich AIDS-Medikamente ausgegeben. Den so genannten Antiretrovirals wurden starke Nebenwirkungen unterstellt. Dabei können diese Medikamente nicht nur die Lebenswartung der Infizierten deutlich steigern, sondern senken auch das Ansteckungsrisiko.

Auch die bestehenden privaten Initiativen sind dem AIDS-Problem nicht gewachsen. Oft beschränken sie sich aufgrund mangelnder Ressourcen auf vorbeugende Maßnahmen und gehen nicht gegen die Folgen einer AIDS-Infektion vor. Dazu sind viele Einrichtungen zu klein und zu kurzfristig ausgelegt, um wirksam gegen das Problem vorzugehen. Mittlerweile ist jedoch in Südafrika eine Infektionsrate erreicht, bei der nicht nur vorbeugende Maßnahmen getroffen werden können, sondern auch mit dem schon entstandnen Schaden umgegangen werden muss.



Südafrikanische Großmutter vor ihrer Township-Behausung .
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